Vorsicht (Abo-)Falle! Abzocke per Anrufmaschine

Wenn man schon keine brauchbaren Dienste oder Produkte anbieten kann, dann muss man seinen Mitmenschen halt mit anderen Methoden das Geld aus der Tasche ziehen. Das scheint zumindest bei der Firma der Fall zu sein, vor deren Geschäftsgebaren die Verbraucherzentrale NRW warnt.

Die Masche funktioniert so: eine Anrufmaschine ruft die Betroffenen an und behauptet, dass ein Nachbar eine wichtige Nachricht hinterlegt habe. Um diese Nachricht abrufen zu können, soll der Angerufene auf die Internetseite "www.nachbarschaftspost.com" gehen und dort einen Zahlencode eingeben, den ihm die Maschine gleich mitteilt. Wer sich daraufhin auf die Webseite begibt, wird dort aufgefordert neben dem mitgeteilten Code auch seine Festnetznummer, sowie seinen Namen und seine Mailadresse einzutragen. Wer dies tut steht schon mit einem Fuß in der Falle drin. Denn damit hat man eine Mitgliedschaft in der „Community“ von nachbarschaftspost.com beantragt.

Zitat:
"Lernen Sie nette Menschen kennen, melden Sie sich jetzt an und testen Sie unsere Community vierzehn Tage kostenlos. Danach fällt ein 9 Euro Monatsbeitrag an. Die Mitgliedsdauer ist auf zwei Jahre ausgelegt. Erfahren Sie jetzt, was in Ihrer Nachbarschaft und Umgebung passiert."

Diese ist zwar vierzehn Tage lang kostenlos, danach werden aber für zwei Jahre monatlich neun Euro, also insgesamt 216 Euro fällig.

Die Firma, die dahinter steckt heißt Connection Enterprises Ltd und hat ihren Sitz auf den British Virgin Islands. Die Abwicklung erfolgt über ein beauftragtes Servicecenter in der Schweiz.

Die Seite ist so gestaltet, dass von diesen Vertragsbestimmungen möglichst abgelenkt wird. Auch ist die farbliche Gestaltung der Seite so gehalten, dass man diese Bedingungen nicht allzu geht wahrnimmt (hellgrüner Text auf hellem grüngrauen Hintergrund)

Nach Meinung der Verbraucherzentrale NRW haben Besucher der Seite daher keinen Vertrag abgeschlossen bzw. könnten diesen wegen arglistiger Täuschung anfechten. Die Verbraucherzentrale weißt darüber hinaus darauf hin, dass ein Vertrag auch widerrufbar wäre und bietet einen kostenlosen Musterbrief zum Download an, mit dem man den Forderungen widersprechen kann.

 

Trackback URL for this post:

http://tederion.de/trackback/37